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Hier können Sie sich in ein Kapitel des Buches einlesen:
 

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Einführungstext
Das Buch „Kartonstinker auf der Suche nach dem verlorenen Schatz“ von Christiane Müller ist ein Kinderroman, der sowohl durch seine außergewöhnlichen, witzigen Illustrationen besticht als auch durch die tiefsinnige Geschichte des kleinen, siebenjährigen Maximilian, der Stofftiergemeinschaft, die im Zimmer des Jungen lebt und nicht zuletzt die Geschichte eines Familienkonfliktes. Es ist eine Geschichte, die durch die sensible und zugleich humorvolle Erzählkunst der Autorin Themenbereiche wie Trauerbewältigung, Streit, Trotz, Eifersucht unter Geschwistern, Angst, Einsamkeit, Freundschaft und Mut leicht wie eine Feder und niemals oberflächlich erscheinen lässt.
Der Autorin ist es gelungen nicht nur ein unterhaltsames Werk zu schaffen. Sie versteht es den Leser in die Gefühlswelt der menschlichen und zahlreichen stofftierlichen Protagonisten eintauchen zu lassen und schafft auf erfrischend freundliche Weise für jeden Leser eine Identifikationsfigur.
Das gilt insbesondere für die stofftierliche Hauptfigur August, die zunächst unsympathische, aber liebenswerte, egomanische und in seiner Einfältigkeit gleichzeitig geniale und über alle Maßen auf seinen Zwillingsbruder eifersüchtige Bulldogge, die im Verlauf der Geschichte eine innere Läuterung und die wesentlichen Werte erfährt, die im Zusammenleben in einer Gemeinschaft unverzichtbar sind.
Da ist aber auch der kleine Maximilian, der mit den von ihm erfundenen und mit seinen Stofftieren nachgespielten Geschichten sein Kinderzimmer in immer wieder neue Abenteuerschauplätze verzaubert, eine Figur, in der sich viele Kinder wiederfinden können.
In starkem Kontrast zueinander stehen die Figuren der Mutter und des Vaters. Maximilians Mutter fördert die Phantasie des Jungen und legt großen Wert darauf mit ihrem Kind zu spielen.
Der Vater hingegen nimmt sich keine Zeit für den Jungen. Er teilt die Begeisterung am Spiel mit den Stofftieren nicht und hält sie für nutzlose Staubfänger. Er ist enttäuscht darüber, dass sein Sohn kein Interesse daran zeigt, die Welt per Computerspiel zu erobern. Er findet keinen Bezugspunkt zu seinem Sohn. Maximilian sehnt sich danach mit seinem Vater zusammen im Kinderzimmer spielen zu können. Die unausgesprochenen Vorwürfe, die die Mutter dem Vater macht, die Enttäuschung des Vaters und die Sehnsucht des Sohnes zeigen eine beklemmende Situation auf, die von der Autorin realistisch, aber dennoch behutsam dargestellt werden.
Die Situation spitzt sich zu als der Vater die Stofftiere loswerden will. Er platzt mit seiner Digitalkamera ins Kinderzimmer, fotografiert ein Stofftier nach dem anderen, um deren Fotos ins Internet zu setzen und die Tiere zu versteigern. Er verschweigt seinem Sohn und seiner Frau den gemeinen Plan.
Maximilians Vater ahnt nicht, dass der weinerliche, von Ängsten geplagte Stoffhund Cäsar sein Vorhaben durchschaut. Cäsar überzeugt die anderen Tiere davon, dass ihre Gemeinschaft in großer Gefahr ist und sie ihren geliebten Maximilian vielleicht nie mehr wiedersehen werden.
Der alte, weise Käfer Marini weiß Rat: Er erzählt von dem „großen, allwissenden Pepino“, der auf dem Saturn lebt und für jedes Problem eine Lösung kennen soll.
So beginnt eine abenteuerliche Reise zur Rettung der Stofftiergemeinschaft. Die Tiere merken sehr schnell, dass es wichtig ist zusammenzuhalten und das jeder eine Aufgabe im Team übernehmen muss, um zum Ziel zu kommen.
Nur der widerspenstige August meint zunächst noch mit niemandem zusammenhalten zu müssen, denn es will ihn ja sowieso keiner an Bord des Raumschiffes dabei haben – das interessiert August allerdings nicht, denn er will unbedingt mitfliegen. Nicht um die anderen zu retten, er ist neidisch auf den Zusammenhalt der Tiere und er will trotzig seine Wünsche durchsetzen. Dabei geht er äußerst boshaft und rücksichtslos vor. Besonders hasst August seinen warmherzigen Zwillingsbruder Marius, weil er die Liebe Maximilians seit Ankunft des Bruders für verloren glaubt.
Die Geschichte der beiden Brüder gibt besonders Kindern die Möglichkeit schmerzliche Eifersuchtsgefühle zu verstehen und zeigt im Verlauf des Romans Handlungsalternativen zu althergebrachtem Verhalten an. Das Gleiche gilt aber auch für die Handlungsmotivationen der Erwachsenen: Der Vater verbleibt zunächst in seinen alten, erstarrten Verhaltensmustern bis es am Frühstückstisch der Familie zu einem heftigen Wutausbruch des Vaters kommt. Auf dem Höhepunkt des Familienkonfliktes wird der Vater durch die geheime Tätigkeit der Stofftiere mit der Nase auf seine verdrängte, schmerzliche Vergangenheit gestoßen.
Damit bleibt der Vater aber nicht alleine, denn mit Hilfe der kindlichen Natürlichkeit des Sohnes im Umgang mit dem Thema Abschied und Trauer lernt der Vater, das ein erlittener Verlust gleichzeitig Wege für Neues öffnen kann. Parallel dazu feiern die Tiere ihren Sieg, freuen sich über die Rettung ihrer Gemeinschaft und sogar August lernt ein wenig dazu und findet dadurch einen Platz in der Gemeinschaft.
Das Buch „Kartonstinker auf der Suche nach dem verlorenen Schatz“ ist ein über die Maßen empfehlenswertes, ungewöhnliches, witziges, durch die Figur des August manchmal auch im positiven Sinne respektloses und zugleich charmantes Buch, das über einen gewaltigen Wortwitz verfügt, der Spaß macht. Es lädt ein zum Nachdenken, Lachen, Weinen, gegenseitigen Vorlesen und es hilft selbst die scheinbar größten Probleme mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Ein Buch, das begeistert. Und es begeistert nicht nur Kinder.
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"Kartonstinker auf der Suche nach dem verlorenen Schatz“
Christiane Müller; ISBN 3-86516-317-3; Softcover; 60 Illustrationen in
farbig und schwarz/weiß als Buch (wenn Sie es z.B.verschenken möchten) 19,80 Euro;
zu bestellen über: kartonstinker@web.de auf August klicken (versandkostenfrei)
ich bin August 
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